Böse Baustellen?

Oder: Altstadt im Aufbruch…

von Anna Piller-Wolf
3 min Lesezeit
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AVA-Hof, Mozartplatz, Residenzplatz oder Platzl – in der Salzburger Altstadt tut sich gerade einiges. Es wird gebaut. An Gebäuden, an Plätzen und damit auch an der Zukunft der Stadt. Noch bevor jetzt von Lärm, Staub und Stress die Rede ist, noch bevor die Endlosschleife des Gassengeflüsters die Lust auf Neues verdirbt, lohnt sich ein zweiter Blick auf die Projekte. Denn ein Gros der aktuellen Bauvorhaben steht für Belebung, bessere Infrastruktur und vor allem für eine höhere Aufenthaltsqualität. Kurz gesagt: Die baulichen Maßnahmen sind durchaus positiv zu bewerten.

AVA-Hof: Gut Ding braucht Weile

Fast schon sagenhafte Gerüchte gab es in den letzten Jahren über die rund 16.300 Quadratmeter Leerfläche im AVA-Hof. Bereits seit 2025 laufen die Bauarbeiten an einem AVA-Hof 2.0. Das Gebäude wird vollständig entkernt und anschließend von innen neu aufgebaut — auch das Dach wird komplett erneuert und durch einen Stahl-Hybridbau ersetzt. Als Experte für Bauen im Bestand begleitet die Midstad Advisory GmbH die Transformation in eine zukunftsweisende Multi-Use-Immobilie, die bauliche Umsetzung übernimmt die PORR AG. Eine Teilfertigstellung ist für Ende 2027 geplant, die Gesamtfertigstellung für Anfang 2028.

Das Nutzungskonzept ist vielversprechend: Geplant sind Flächen für Handel, Büros und Wohnungen sowie das neue Kimpton Hotel Salzburg mit 119 Zimmern und Suiten — ergänzt durch Restaurant, Bar sowie Wellness- und Meetingbereiche. Das erklärte Ziel: einen Ort schaffen, der wirtschaftliche Stärke mit sozialer und kultureller Wirkung verbindet. Psst an alle Gassenflüsterer:innen — bitte unbedingt weitertragen.

Mozartplatz: Von altem Schotter zum neuen Pflaster

Mit Pauken und Trompeten wurde im Juli des vergangenen Jahres die Neugestaltung des Waagplatzes gefeiert. In Anlehnung an die Bodenbeläge am Waag- und Residenzplatz erhält nun auch der Mozartplatz eine neue Pflasterung. Doch nicht nur der Bodenbelag wird das Ambiente des rund 3.300 Quadratmeter großen Bereichs verbessern — zahlreiche Sitzmöglichkeiten, zusätzliche Begrünung sowie rund 80 dezentral verteilte Fahrradabstellplätze sollen künftig für hohe Aufenthaltsqualität sorgen.

Das Budget: knapp sieben Millionen Euro. Eine besondere Herausforderung stellen die unterirdischen Mosaikböden aus der Zeit des römischen Iuvavum dar — deshalb werden die geplanten Baumgruppen nahe der Mozartstatue etwas höher positioniert. Baubeginn der ersten Etappe ist nach Ostern, die Fertigstellung bis Mai 2028 geplant. Dass es am Mozartplatz demnächst grünt, kein Schotter mehr staubt und die wachsenden Bäume Schatten spenden — das ist doch ein guter Grund, die Baustelle zu feiern.

Neue Residenz: Öffentlicher Raum in und für Salzburg

Die Baustelle in der Neuen Residenz präsentiert sich von einer eher unauffälligen Seite — obwohl sie thematisch eine zentrale Rolle spielt. Das Gebäude, seit 2007 Sitz des Salzburg Museum, erweitert sich zu einem attraktiven Kulturareal und Standort des neuen Belvedere Salzburg. Der architektonische Entwurf stammt von Schenker Salvi Weber Architekten und EIDOS Architekten, die 2022 den internationalen Wettbewerb für sich entschieden.

Besucher:innen erwartet künftig eine Verbindung aus Publikumsbereichen im historischen Bestand der Neuen Residenz und neuen, großzügigen Ausstellungsflächen im zweiten Innenhof — gruppiert um ein nach oben offenes Atrium mit Lichtbrunnen. Ab Herbst 2027 werden in der neuen Kunsthalle Spitzenwerke des Belvedere mit Salzburg-Bezügen aus rund 800 Jahren Kunstgeschichte präsentiert. Das Salzburg Museum und die Österreichische Galerie Belvedere kooperieren dabei auf europaweit einzigartige Weise: zwei eigenständige Museen unter einem Dach, die ihre Sammlungen und Programme miteinander in Dialog treten lassen.

Liebe Leser:innen, bitte weitersagen:

Der AVA-Hof ist nicht an Großinvestoren ohne Konzept verkauft, der Mozartplatz wird keine Betonwüste, die Neue Residenz bleibt ein Museum. Hier sind Menschen am Werk, die wissen was sie tun. Ja, Baustellen verursachen kurzfristig Lärm und Einschränkungen — aber: Was manchmal lange währt, wird endlich gut. Oder anders gesagt: Alles wird besser!

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